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Die Erinnerungen eines Gründungsmitglieds

peter-oberaigner Peter Oberaigner, Seniorchef der gleichnamigen Firma, welcher sich selbst gerne als "Urgestein" der Linzer Christkindl- u. Weihnachtsmärkte bezeichnet:

Mein Vater hat im Jahre 1950 am Urfahraner Jahrmarkt als Erdäpfelbrater sein unternehmerisches Dasein mit einer einfachen Hütte begonnen, dort selbst die Kartoffeln geschält und händisch zu Pommes-Frites veredelt und verkauft. Er hat wahrscheinlich die ersten Kartoffelchips, mit der Krauthachel geschnitten, frittiert, in Cellophansackerl verpackt und im Rucksack über die Nibelungenbrücke und somit die Demarkationslinie gebracht, um sie dort den amerikanischen Soldaten zu verkaufen.

Zur selben Zeit wurde der erste Christkindlmarkt am jetzigen Volksgarten, später am Hessenplatz abgehalten.

Im Jahre 1956 (mein Vater kaufte sich sein erstes Auto) wurden die Beschicker des Urfahrmarktes eingeladen, am neuen Linzer Christkindlmarkt, geführt als "Textil- und Gelegenheitsmarkt mit Konsumation", teilzunehmen.

Irgendwie kann ich mich als damals 5-jähriger noch daran erinnern, die besondere Ehre gehabt zu haben, die letzten Tage vor Weihnachten meinem Papa am Stand zu helfen! Hinter der Budel auf einem Sessel stehend kassierte ich meine ersten 3 Schillinge, heute € 0,22, für ein Stanitzl Pommes, welches jetzt 54 Jahre später € 2.- kostet.

Schon damals wurde der Park von den Linzer Stadtgärten hervorragend gestaltet, im Sommer zeigte er sich in vollem Grün und Blüte und verkam naturgemäß im Spätherbst zum wenig frequentiertem Beserlpark.

Im Advent jedoch hatte er wieder seinen großen Auftritt: Er erstrahlte im Lichte unzähliger Glühbirnen und duftete nach Bratwürsten und Süßigkeiten, welche vor allem Familien und Kinder anlockte. Geld war knapp und einige Marktkollegen fertigten aus Spanplattenabfällen Zwergenbilder, bunt bemalt, in der Anlage verteilt erregten diese die Aufmerksamkeit der kleinen Besucher.

Die Produktauswahl zu Beginn bestand damals aus ca. 25 Standln mit Bekleidung inkl. warmer Unterwäsche (rosaroten 3/4 langen neckischen Damenunterhosen) auch unter der Bezeichnung "Pampalones" oder "Liebestöter" bekannt, sowie 2 Bratwürstel, 3 Spielzeug, 1 Pommes, 1 Maroni und 2 Zuckerlstandeln.

Die Jahre vergingen, und nach abgeschlossener Tourismusschulausbildung eröffnete ich 1974 meinen ersten Punschstand mit 3 m² Fläche unter dem Namen "Teehäferl", im Jahr darauf erweitert auf 5 m². Ein zentraler Standplatz folgte mit Glühwein und Mikado Kaffeedosen, Punsch, Glühwein, Jagatee und Lebkuchen 2 Jahre später auf 24 m² Fläche. 1979 kreierte ich die Bauernkrapfen, welche zum Verkaufsschlager avancierten. Mein Stand wurde zum sogenannten "In-Treff" und mit dem Erfolg lässt auch der Mitbewerb nicht auf sich warten.

Ich beschäftigte mich zunehmend mit dem Gedanken, das Niveau des Marktes zu heben, welcher 2006 in der Errichtung der Linzer Weihnachtskrippe ihre Vollendung fand.